Es war einmal...
"Tobey kehrt nach Jahren in sein Heimatdorf zurück, um persönliche Sachen aus dem Elternhaus zu holen, welches verkauft werden soll.
Beim Wühlen und Außortieren in fast vergeßener Umgebung holt ihn seine Vergangenheit ein. Tobey erinnert sich an einen Sommer. An den Sommer, in dem er erwachsen wurde - zwischen Hoffnung, Krieg und Freundschaft. Tobeys summer.
Zurückversetzt in das Jahr 1964, den Beginn des Vietnamkriegs, beginnt die Geschichte des 13jährige Tobey Keane, er lebt in Blue Cove, einer Kleinstadt im Bundeßtaat Delaware, USA. In der Schule und bei den Mitbürgern als Sonderling verschrieen und zu Hause von der alleinerziehenden Mutter und deren wechselnden Männerbekanntschaften ignoriert, versucht Tobey so gut es geht ein normales Leben zu führen, flüchtet sich in Bücher, die er heimlich liest.
Seine Schreibschwäche trägt dazu bei als „Idiot“ betitelt zu werden. Er bekommt Kraft durch den Glauben an seinen Vater, der im Koreakrieg Heldenhaftes geleistet haben soll und bei einem Autounfall ums Leben kam, als Tobey gerade fünf war.
Hier enden die Erinnerungen an seinen Vater, den er kaum gekannt hat. Es bleibt ihm nur noch Sean, sein älterer Bruder, Freund, Idol und Vaterersatz, der in deßen Fußstapfen getreten und Berufßoldat geworden ist. Sean ist bereit für sein Vaterland zu kämpfen um ein Held zu werden. Die vielen Fragen über seinen Vater beantwortet Tobeys Mutter mit beharrlichem Schweigen. Kann Tobey vielleicht von Mr. McKellen, der im Koreakrieg ein Bein verloren hat, mehr erfahren?
Nach einer Zufallsbegegnung zieht es Tobey immer häufiger zu McKellens Haus am Stadtrand und zu diesem seltsamen menschenhaßenden Einsiedler. Obwohl beschimpft und verjagt, kehrt Tobey zu ihm zurück, bekommt einen Ferienjob und langsam einen Einblick in das echte Leben von Mr. McKellen, der nicht nur die Menschen, sondern vor allem sich selbst haßt.
Lieber tot als ein Krüppel, verweigert er nicht nur die Antwort auf so ziemlich jede Frage, die Tobey ihm stellt, sondern auch die helfende Beinprothese. Seine Wut zielt auf die Menschen, die ihm im Krieg das Leben gerettet haben, ohne zu wißen welche Konsequenzen das mit sich ziehen würde. Offensichtlich verbirgt er ein Geheimnis, welches vor allem Tobey betrifft.
Als Tobey im Laufe ihrer Beziehung erfährt, daß sein Vater im Krieg sein Leben riskierte um McKellen mit zerfetztem Bein zu retten, verstößt er McKellen, der zum ersten Mal wieder einen Menschen an sich rangelaßen und gemocht hat. Sean, der unterdeßen in den Vietnamkrieg eingezogen wurde, lernt auf endgültige Weise, das Krieg nichts mit Heldentum zu tun hat und versucht Tobey das mit vereinzelten Briefen begreiflich zu machen.
Schließlich wird die böse Ahnung Gewißheit, Sean fällt im Krieg. Dem geliebten Bruder beraubt, allein mit der überforderten Mutter und vom zukünftigen Stiefvater seelisch und körperlich mißhandelt, wird für Tobey das Leben unerträglich. Seine Situation verbeßert sich auch nicht durch das Geständnis seiner Mutter, Tobeys Vater habe nach dem Krieg Selbstmord begangen, um den schrecklichen Bildern in seinem Kopf und den Vorwürfen des alten Kriegskameraden endlich entfliegen zu können.
Seiner ganzen Wertvorstellung beraubt, beginnt Tobey sein ganzes Leben und seinen toten Vater zu haßen. Mr. McKellen, mittlerweile mit Beinprothese und neuer Liebe, ist im Begriff mit dieser Frau in eine andere Stadt zu ziehen, allerdings nicht ohne Tobey den Glauben an seinen Vater als Held zurückzugeben und dem Jungen das Selbstvertrauen zu schenken, welches er braucht um nicht an seinem Leben zu zerbrechen.
Für Tobey ist die Kindheit mit diesem Sommer endgültig vorbei. Mühsam muß er lernen sich den Weg als Erwachsener, ohne McKellen, zu erkämpfen und die Vergangenheit hinter sich zu laßen. Das alles geschieht in dem Sommer, als McKellen und er sich gebraucht und gefunden haben. Ohne einander wäre ihr Leben vielleicht für immer in einem Komazustand geblieben. So scheint es, daß auch McKellen nach diesem Sommer endlich mit der Vergangenheit abschließen kann.
Tobeys Summer sei Dank..."